Bayerisches Jahrtausend
29.03.2012

Format: Dokumentation
Länge: 10 x 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
Zehn Jahrhunderte, zehn Städte, zehn Leitmotive: Das ist die Grundidee der Bilderfest Großproduktion DAS BAYERISCHE JAHRTAUSEND.
Die im Auftrag des Bayerischen Rundfunks produzierte zehnteilige Doku-Reihe wird von Tatort-Kommissar und Schauspieler Udo Wachtveitl präsentiert. Er begleitet den Zuschauer als Spurensucher durch die Filme. Diese charakterisieren mittels aufwändiger historischer Inszenierungen, realistischer Computeranimationen und dokumentarischer Elemente die historischen Marksteine vom frühen Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert, die prägend waren für die Entwicklung Bayerns in seiner heutigen Form. Dabei erzählt die Reihe die Geschichte des Landes nicht aus chronologisch-dynastischer Perspektive, sondern stellt Prozesse, Impulse, Zäsuren und Sprünge in den Vordergrund. Diese werden jeweils an einem Ort dargestellt, der exemplarisch für sie und für ein Jahrhundert steht: Bamberg (11. Jh.), Würzburg (12. Jh.), Regensburg (13. Jh.), Straubing (14. Jh.), Nürnberg (15. Jh.), Augsburg (16. Jh.), Ingolstadt (17. Jh.), Erlangen (18. Jh.), Fürth (19. Jh.) und München (20. Jh.).
Die Reihe wird vom 31. März bis 12. April 2012 im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt und ab dem 21. April in BR Alpha jeweils samstags um 20:15 Uhr wiederholt.
Die Bilderfest GmbH hat DAS BAYERISCHE JAHRTAUSEND im Dezember 2011 nach über zwei Jahren Produktionszeit abgeschlossen. Das Projekt war eine logistische Meisterleistung: weit über 100 Drehtage, circa 1.000 Darsteller und Komparsen, fast 2.000 historische Kostüme, mehr als 50.000 Produktionskilometer. Für diese Produktion hat die Bilderfest GmbH etwa 50 feste und freie Mitarbeiter beschäftigt.
Bayerisches Jahrtausend
10 x 45 Min.

Format: Dokumentation
Länge: 10 x 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
Zehn Jahrhunderte, zehn Städte, zehn Leitmotive: Das ist die Grundidee der Bilderfest Großproduktion DAS BAYERISCHE JAHRTAUSEND.
Die im Auftrag des Bayerischen Rundfunks produzierte zehnteilige Doku-Reihe wird von Tatort-Kommissar und Schauspieler Udo Wachtveitl präsentiert. Er begleitet den Zuschauer als Spurensucher durch die Filme. Diese charakterisieren mittels aufwändiger historischer Inszenierungen, realistischer Computeranimationen und dokumentarischer Elemente die historischen Marksteine vom frühen Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert, die prägend waren für die Entwicklung Bayerns in seiner heutigen Form. Dabei erzählt die Reihe die Geschichte des Landes nicht aus chronologisch-dynastischer Perspektive, sondern stellt Prozesse, Impulse, Zäsuren und Sprünge in den Vordergrund. Diese werden jeweils an einem Ort dargestellt, der exemplarisch für sie und für ein Jahrhundert steht: Bamberg (11. Jh.), Würzburg (12. Jh.), Regensburg (13. Jh.), Straubing (14. Jh.), Nürnberg (15. Jh.), Augsburg (16. Jh.), Ingolstadt (17. Jh.), Erlangen (18. Jh.), Fürth (19. Jh.) und München (20. Jh.).
Die Reihe wird vom 31. März bis 12. April 2012 im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt und ab dem 21. April in BR Alpha jeweils samstags um 20:15 Uhr wiederholt.
Die Bilderfest GmbH hat DAS BAYERISCHE JAHRTAUSEND im Dezember 2011 nach über zwei Jahren Produktionszeit abgeschlossen. Das Projekt war eine logistische Meisterleistung: weit über 100 Drehtage, circa 1.000 Darsteller und Komparsen, fast 2.000 historische Kostüme, mehr als 50.000 Produktionskilometer. Für diese Produktion hat die Bilderfest GmbH etwa 50 feste und freie Mitarbeiter beschäftigt.
29.03.2012

Format: Dokumentation
Länge: 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
11. Jahrhundert: Bamberg
Das dünn besiedelte Bayern bewohnen im elften Jahrhundert rund 170.000 Menschen. Auf einer Fläche von einem Quadratkilometer leben gerade mal zweieinhalb Menschen – heute sind es 177. Die Kindersterblichkeit ist hoch: Ein Drittel der Neugeborenen stirbt vor dem fünften Lebensjahr, nur jeder Zehnte erreicht überhaupt das 60. Lebensjahr. Adel und Klerus bestimmen im 11. Jahrhundert das Leben der Landbevölkerung auf den Fronhöfen: Die „Unfreien“ müssen die Hälfte ihrer Ernte dem Fronherrn abgeben. Der Klerus bekommt den zehnten Teil, der karge Rest bleibt für das Vieh, ein paar Anschaffungen und für die eigene Familie. Der deutsche Herrscher Heinrich II. (973-1024) will in Bamberg eines der größten und ehrgeizigsten Projekte des Jahrhunderts verwirklichen: ein neues Bistum mit einer „Gottesburg“ in gewaltigen Ausmaßen. Hoch über der Regnitz, auf dem Areal der alten Babenburg, soll der Dom entstehen, zum Ruhme Gottes und für das Seelenheil der Menschen.
Bayerisches Jahrtausend
11. Jahrhundert: Bamberg

Format: Dokumentation
Länge: 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
11. Jahrhundert: Bamberg
Das dünn besiedelte Bayern bewohnen im elften Jahrhundert rund 170.000 Menschen. Auf einer Fläche von einem Quadratkilometer leben gerade mal zweieinhalb Menschen – heute sind es 177. Die Kindersterblichkeit ist hoch: Ein Drittel der Neugeborenen stirbt vor dem fünften Lebensjahr, nur jeder Zehnte erreicht überhaupt das 60. Lebensjahr. Adel und Klerus bestimmen im 11. Jahrhundert das Leben der Landbevölkerung auf den Fronhöfen: Die „Unfreien“ müssen die Hälfte ihrer Ernte dem Fronherrn abgeben. Der Klerus bekommt den zehnten Teil, der karge Rest bleibt für das Vieh, ein paar Anschaffungen und für die eigene Familie. Der deutsche Herrscher Heinrich II. (973-1024) will in Bamberg eines der größten und ehrgeizigsten Projekte des Jahrhunderts verwirklichen: ein neues Bistum mit einer „Gottesburg“ in gewaltigen Ausmaßen. Hoch über der Regnitz, auf dem Areal der alten Babenburg, soll der Dom entstehen, zum Ruhme Gottes und für das Seelenheil der Menschen.
29.03.2012

Format: Dokumentation
Länge: 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
12. Jahrhundert: Würzburg
Aufgrund der immer komplexer werdenden Regierungsgeschäfte entwickelt sich im 12. Jahrhundert ein neues Staatsverständnis: Der Kaiser gibt einen Teil seiner Macht und Souveränität an Bischof und Bistum ab. Aber nicht nur der Ausbau einer Landeshoheit nach außen, auch der Aufbau einer Landesherrschaft im Inneren ist in vollem Gange. Hierzu benötigt der Bischof treue und fähige Gefolgsleute. Der Lehnsmann bekommt ein Stück Land, das er bewirtschaftet – dafür leistet er seinem Lehnsherrn Dienste, darunter auch Waffendienst. Doch viele Ritter sind rücksichtslose Kämpfer, welche die Straßen unsicher machen. Um dieser rohen Gewalt Einhalt zu gebieten, ruft die Kirche den „Gottesfrieden“ aus: Von Mittwoch bis Sonntag herrscht Waffenruhe. Wer sich dieser Ordnung widersetzt, wird bestraft und aus der Gemeinschaft ausgestoßen. Mit der Zeit entwickelt sich so eine neue Ritterideologie, in der das Schwert nicht mehr nur eine Waffe darstellt, sondern durch seine Kreuzform auch als Zeichen des Guten gilt. Schwache und Arme zu beschützen, wird zum ritterlichen Ideal. Geschicklichkeit wird in Ritterspielen erprobt, das erste deutsche Ritterturnier 1127 vor Würzburg ausgetragen. Mit dem neuen ritterlichen Selbstbewusstsein steigt auch das Ansehen der nunmehr edlen und tugendhaften Ritter. Und auch bei Hofe ändern sich die Sitten: Das neue Ideal heißt nun „Höflichkeit“, angefangen bei feineren Tischsitten bis zur höfischen Kultur der Minne, in der die unerfüllte Liebe zur angebeteten Hohen Frau gepriesen wird. Im 12. Jahrhundert erringt das Fürstbistum Würzburg seine Eigenständigkeit, die es 650 Jahre lang bewahren kann: Es ist der Kern eines Würzburger Selbstbewusstseins, das bis heute nachwirkt.
Bayerisches Jahrtausend
12. Jahrhundert: Würzburg

Format: Dokumentation
Länge: 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
12. Jahrhundert: Würzburg
Aufgrund der immer komplexer werdenden Regierungsgeschäfte entwickelt sich im 12. Jahrhundert ein neues Staatsverständnis: Der Kaiser gibt einen Teil seiner Macht und Souveränität an Bischof und Bistum ab. Aber nicht nur der Ausbau einer Landeshoheit nach außen, auch der Aufbau einer Landesherrschaft im Inneren ist in vollem Gange. Hierzu benötigt der Bischof treue und fähige Gefolgsleute. Der Lehnsmann bekommt ein Stück Land, das er bewirtschaftet – dafür leistet er seinem Lehnsherrn Dienste, darunter auch Waffendienst. Doch viele Ritter sind rücksichtslose Kämpfer, welche die Straßen unsicher machen. Um dieser rohen Gewalt Einhalt zu gebieten, ruft die Kirche den „Gottesfrieden“ aus: Von Mittwoch bis Sonntag herrscht Waffenruhe. Wer sich dieser Ordnung widersetzt, wird bestraft und aus der Gemeinschaft ausgestoßen. Mit der Zeit entwickelt sich so eine neue Ritterideologie, in der das Schwert nicht mehr nur eine Waffe darstellt, sondern durch seine Kreuzform auch als Zeichen des Guten gilt. Schwache und Arme zu beschützen, wird zum ritterlichen Ideal. Geschicklichkeit wird in Ritterspielen erprobt, das erste deutsche Ritterturnier 1127 vor Würzburg ausgetragen. Mit dem neuen ritterlichen Selbstbewusstsein steigt auch das Ansehen der nunmehr edlen und tugendhaften Ritter. Und auch bei Hofe ändern sich die Sitten: Das neue Ideal heißt nun „Höflichkeit“, angefangen bei feineren Tischsitten bis zur höfischen Kultur der Minne, in der die unerfüllte Liebe zur angebeteten Hohen Frau gepriesen wird. Im 12. Jahrhundert erringt das Fürstbistum Würzburg seine Eigenständigkeit, die es 650 Jahre lang bewahren kann: Es ist der Kern eines Würzburger Selbstbewusstseins, das bis heute nachwirkt.
29.03.2012

Format: Dokumentation
Länge: 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
13. Jahrhundert: Regensburg
Regensburg, eine der ältesten Städte Deutschlands, ist über Jahrhunderte hinweg königliche und herzogliche Residenzstadt im Herzen Bayerns. Im 13. Jahrhundert gibt es keine vergleichbare Stadt in Süddeutschland: Regensburg ist Bischofssitz, seine etwa 15.000 Einwohner sind wohlhabend, die imposante Steinerne Brücke über der Donau gilt im Mittelalter als eines der Weltwunder. Doch durch den Mongolensturm Anfang der 40er Jahre bricht der für Regensburg so wichtige Osthandel zusammen, und die aufstrebende Kaufmannfamilie Zant steht beinahe vor dem Ruin. Doch die Zants erschließen neue Märkte: Sie konzentrieren sich auf den Handel mit ausländischen Gewürzen, denn auch Luxusgüter wie Safran und Pfeffer finden Käufer. Die Münze statt Naturalien als neues Zahlungsmittel kommt für die Menschen des 13. Jahrhunderts immer mehr in Mode. Vor allem der Regensburger Pfennig wird zu einer weit verbreiteten Währungseinheit. Doch das neue Geld wird nicht nur für Geschäfte verwendet: Um für ihr Seelenheil zu sorgen, investieren viele vermögende Bürger in große Bauwerke wie den Regensburger Dom. Er entsteht im neuesten gotischen Stil, mit großen farbigen Fenstern, die den Raum in ein überirdisches Licht tauchen. Gemeinsam mit der Steinernen Brücke bildet der Dom noch heute das Wahrzeichen von Regensburg. Der Aufbruch in eine neue Zeit hat begonnen: Die städtischen Angelegenheiten werden von keinem Herzog und auch keinem Bischof mehr bestimmt. Die Regensburger regieren sich fortan selbst in einer freien Stadt, mit dem Bürgerstolz einer mittelalterlichen Handelsmetropole.
Bayerisches Jahrtausend
13. Jahrhundert: Regensburg

Format: Dokumentation
Länge: 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
13. Jahrhundert: Regensburg
Regensburg, eine der ältesten Städte Deutschlands, ist über Jahrhunderte hinweg königliche und herzogliche Residenzstadt im Herzen Bayerns. Im 13. Jahrhundert gibt es keine vergleichbare Stadt in Süddeutschland: Regensburg ist Bischofssitz, seine etwa 15.000 Einwohner sind wohlhabend, die imposante Steinerne Brücke über der Donau gilt im Mittelalter als eines der Weltwunder. Doch durch den Mongolensturm Anfang der 40er Jahre bricht der für Regensburg so wichtige Osthandel zusammen, und die aufstrebende Kaufmannfamilie Zant steht beinahe vor dem Ruin. Doch die Zants erschließen neue Märkte: Sie konzentrieren sich auf den Handel mit ausländischen Gewürzen, denn auch Luxusgüter wie Safran und Pfeffer finden Käufer. Die Münze statt Naturalien als neues Zahlungsmittel kommt für die Menschen des 13. Jahrhunderts immer mehr in Mode. Vor allem der Regensburger Pfennig wird zu einer weit verbreiteten Währungseinheit. Doch das neue Geld wird nicht nur für Geschäfte verwendet: Um für ihr Seelenheil zu sorgen, investieren viele vermögende Bürger in große Bauwerke wie den Regensburger Dom. Er entsteht im neuesten gotischen Stil, mit großen farbigen Fenstern, die den Raum in ein überirdisches Licht tauchen. Gemeinsam mit der Steinernen Brücke bildet der Dom noch heute das Wahrzeichen von Regensburg. Der Aufbruch in eine neue Zeit hat begonnen: Die städtischen Angelegenheiten werden von keinem Herzog und auch keinem Bischof mehr bestimmt. Die Regensburger regieren sich fortan selbst in einer freien Stadt, mit dem Bürgerstolz einer mittelalterlichen Handelsmetropole.
29.03.2012

Format: Dokumentation
Länge: 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
14. Jahrhundert: Straubing
Das 14. Jahrhundert ist eine Zeit des Umbruchs. Die Verwaltung wächst, Liegenschaften und Abgaben hält man in Akten fest, Schulden können nachgeprüft und eingetrieben werden. Doch die Zunahme des Schriftverkehrs hat einen Grund: Albrecht I., seit 1353 auch Herzog der Grafschaft Holland, residiert überwiegend in Den Haag und richtet sich daher einen Kurierdienst zwischen Straubing und Den Haag ein. Für Albrecht I. ist das fruchtbare Straubinger Land am Fuße des Bayerischen Waldes von unermesslicher Bedeutung: Das Korn ernährt nicht nur die Bevölkerung, es ist als Exportgut auch die wichtigste Einnahmequelle des Landes. Aber auch in Straubing ändert „Das große Sterben“, wie die Zeitgenossen die Seuchen und Epidemien nennen, das Lebensgefühl und das gesellschaftliche Leben komplett: Die Einen suchen ihr Heil in Beten, Fasten und Selbstkasteiung als Schutz vor dem Zorn Gottes, die Anderen versuchen in exaltierter Lebensgier ihrer Angst vor dem Tod zu entkommen. Mit dem Ende der dunklen Zeit ändert sich schließlich auch die Mode: Edlere Stoffe, vielfältigere Farben und ausgefallenere Accessoires sind ein optisches Zeichen für zurückgewonnene Lebensfreude und Ausdruck einer neuen Zeit. Nach dem Tod des letzten männlichen Straubinger Wittelsbachers Johann III. wird Bayern wieder einmal aufgeteilt. Die Bedeutung Straubings als Verwaltungs- und Handelszentrum im Nordosten des Herzogtums Baiern bleibt allerdings bestehen.
Bayerisches Jahrtausend
14. Jahrhundert: Straubing

Format: Dokumentation
Länge: 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
14. Jahrhundert: Straubing
Das 14. Jahrhundert ist eine Zeit des Umbruchs. Die Verwaltung wächst, Liegenschaften und Abgaben hält man in Akten fest, Schulden können nachgeprüft und eingetrieben werden. Doch die Zunahme des Schriftverkehrs hat einen Grund: Albrecht I., seit 1353 auch Herzog der Grafschaft Holland, residiert überwiegend in Den Haag und richtet sich daher einen Kurierdienst zwischen Straubing und Den Haag ein. Für Albrecht I. ist das fruchtbare Straubinger Land am Fuße des Bayerischen Waldes von unermesslicher Bedeutung: Das Korn ernährt nicht nur die Bevölkerung, es ist als Exportgut auch die wichtigste Einnahmequelle des Landes. Aber auch in Straubing ändert „Das große Sterben“, wie die Zeitgenossen die Seuchen und Epidemien nennen, das Lebensgefühl und das gesellschaftliche Leben komplett: Die Einen suchen ihr Heil in Beten, Fasten und Selbstkasteiung als Schutz vor dem Zorn Gottes, die Anderen versuchen in exaltierter Lebensgier ihrer Angst vor dem Tod zu entkommen. Mit dem Ende der dunklen Zeit ändert sich schließlich auch die Mode: Edlere Stoffe, vielfältigere Farben und ausgefallenere Accessoires sind ein optisches Zeichen für zurückgewonnene Lebensfreude und Ausdruck einer neuen Zeit. Nach dem Tod des letzten männlichen Straubinger Wittelsbachers Johann III. wird Bayern wieder einmal aufgeteilt. Die Bedeutung Straubings als Verwaltungs- und Handelszentrum im Nordosten des Herzogtums Baiern bleibt allerdings bestehen.
29.03.2012

Format: Dokumentation
Länge: 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
15. Jahrhundert: Nürnberg
Während Städte wie Würzburg oder Regensburg hohes Ansehen genießen, gibt es in Nürnberg im 15. Jahrhundert wenig, worauf man stolz sein könnte. Die Wende vollzieht sich ab 1423, als Kaiser Sigismund die Reichskleinodien, den Kronschatz des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, wegen der Hussitenkriege in seiner Heimatstadt aufbewahren lässt. Nürnberg ist nun des „Reiches Schatzkästlein“. Einmal im Jahr werden fortan in „Heiltumsweisungen“ die Reliquien öffentlich gezeigt. Auf Anordnung des Rates wird daraus ein im ganzen Reich bekanntes Fest, verbunden mit einem 14-tägigen Markt, dessen Einnahmen in die Stadtkasse fließen. Für Nürnberg ist es der Beginn einer Blütezeit: „Nürnberger Hand geht durch alle Land“, heißt es bald. Tatsächlich wird die Stadt durch die günstige Lage im Herzen Europas zu einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt. Zwölf europäischen Fernstraßen treffen hier zusammen. Kein Wunder, dass in Nürnberg auch die ersten Straßenkarten Europas entstehen. In dieser Zeit gestalten die Nürnberger ihr Gemeinwesen neu: Das alleinige Sagen in der Stadt haben die Ratsherren, und diese handeln gemäß dem Motto „So viel Freiheit wie möglich, so wenig Beschränkung wie möglich!“. Dank des Erfindungsreichtums seiner Bürger ist die Stadt zwischen 1470 und 1530 eines der bedeutendsten kulturellen Zentren der Renaissance nördlich der Alpen. Das neue Menschenbild des Humanismus prägt auch die städtische Politik und das Nürnberger Stadtrecht, welches zum Vorbild im ganzen Reich wird. Die vielen Erlasse dienen vor allem einem Zweck: Bedingungen zu schaffen, die die rasante Entwicklung von Handel und Gewerbe, Wissenschaft und Kunst fördern.
Bayerisches Jahrtausend
15. Jahrhundert: Nürnberg

Format: Dokumentation
Länge: 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
15. Jahrhundert: Nürnberg
Während Städte wie Würzburg oder Regensburg hohes Ansehen genießen, gibt es in Nürnberg im 15. Jahrhundert wenig, worauf man stolz sein könnte. Die Wende vollzieht sich ab 1423, als Kaiser Sigismund die Reichskleinodien, den Kronschatz des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, wegen der Hussitenkriege in seiner Heimatstadt aufbewahren lässt. Nürnberg ist nun des „Reiches Schatzkästlein“. Einmal im Jahr werden fortan in „Heiltumsweisungen“ die Reliquien öffentlich gezeigt. Auf Anordnung des Rates wird daraus ein im ganzen Reich bekanntes Fest, verbunden mit einem 14-tägigen Markt, dessen Einnahmen in die Stadtkasse fließen. Für Nürnberg ist es der Beginn einer Blütezeit: „Nürnberger Hand geht durch alle Land“, heißt es bald. Tatsächlich wird die Stadt durch die günstige Lage im Herzen Europas zu einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt. Zwölf europäischen Fernstraßen treffen hier zusammen. Kein Wunder, dass in Nürnberg auch die ersten Straßenkarten Europas entstehen. In dieser Zeit gestalten die Nürnberger ihr Gemeinwesen neu: Das alleinige Sagen in der Stadt haben die Ratsherren, und diese handeln gemäß dem Motto „So viel Freiheit wie möglich, so wenig Beschränkung wie möglich!“. Dank des Erfindungsreichtums seiner Bürger ist die Stadt zwischen 1470 und 1530 eines der bedeutendsten kulturellen Zentren der Renaissance nördlich der Alpen. Das neue Menschenbild des Humanismus prägt auch die städtische Politik und das Nürnberger Stadtrecht, welches zum Vorbild im ganzen Reich wird. Die vielen Erlasse dienen vor allem einem Zweck: Bedingungen zu schaffen, die die rasante Entwicklung von Handel und Gewerbe, Wissenschaft und Kunst fördern.
29.03.2012

Format: Dokumentation
Länge: 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
16. Jahrhundert: Augsburg
Um 1500 hat Augsburg etwa 30.000 Einwohner, darunter alleine 2.000 Weber. Die florierende Weberei ist das wichtigste Gewerbe der Stadt. Und doch ist Augsburg zu Beginn des 16. Jahrhunderts eine Stadt der Gegensätze: Auf der einen Seite gibt es eine finanzstarke Bürgerschicht mit den Fernhändlern, die geradezu im Überfluss leben, und ihr Geld ständig in neue Unternehmen investieren oder es gegen Zins verleihen. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die sich bei gleichbleibendem Lohn die immer teurer werdenden Nahrungsmittel kaum noch leisten können. Immer öfter entlädt sich die aufgestaute Wut über die gesellschaftlichen Verhältnisse in gewalttätigen Aufständen. In dieser Atmosphäre finden die Thesen des Augustinermönchs und Theologieprofessors Martin Luther in Augsburg großen Widerhall: Nirgendwo sonst in Deutschland werden mehr reformatorische Flugblätter gedruckt als hier. Luther und sein Mitstreiter, der Theologe Philipp Melanchton, wollen die Einheit der Christen bewahren. Die Grundlage der Verständigung wird auf dem Augsburger Reichstag von 1530 zur Gründungsurkunde der evangelischen Kirche: die „Confessio Augustana“, das Augsburger Bekenntnis. 25 Jahre nach der Spaltung der Kirche, im Jahr 1555, wird im Augsburger Religionsfrieden das Nebeneinander der beiden christlichen Konfessionen im Reich, der katholischen und lutherischen Lehre, schließlich festgeschrieben. Augsburg hat sich in jener Zeit zu einem der bedeutendsten Handels- und Wirtschaftszentren der Welt entwickelt.
Bayerisches Jahrtausend
16. Jahrhundert: Augsburg

Format: Dokumentation
Länge: 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
16. Jahrhundert: Augsburg
Um 1500 hat Augsburg etwa 30.000 Einwohner, darunter alleine 2.000 Weber. Die florierende Weberei ist das wichtigste Gewerbe der Stadt. Und doch ist Augsburg zu Beginn des 16. Jahrhunderts eine Stadt der Gegensätze: Auf der einen Seite gibt es eine finanzstarke Bürgerschicht mit den Fernhändlern, die geradezu im Überfluss leben, und ihr Geld ständig in neue Unternehmen investieren oder es gegen Zins verleihen. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die sich bei gleichbleibendem Lohn die immer teurer werdenden Nahrungsmittel kaum noch leisten können. Immer öfter entlädt sich die aufgestaute Wut über die gesellschaftlichen Verhältnisse in gewalttätigen Aufständen. In dieser Atmosphäre finden die Thesen des Augustinermönchs und Theologieprofessors Martin Luther in Augsburg großen Widerhall: Nirgendwo sonst in Deutschland werden mehr reformatorische Flugblätter gedruckt als hier. Luther und sein Mitstreiter, der Theologe Philipp Melanchton, wollen die Einheit der Christen bewahren. Die Grundlage der Verständigung wird auf dem Augsburger Reichstag von 1530 zur Gründungsurkunde der evangelischen Kirche: die „Confessio Augustana“, das Augsburger Bekenntnis. 25 Jahre nach der Spaltung der Kirche, im Jahr 1555, wird im Augsburger Religionsfrieden das Nebeneinander der beiden christlichen Konfessionen im Reich, der katholischen und lutherischen Lehre, schließlich festgeschrieben. Augsburg hat sich in jener Zeit zu einem der bedeutendsten Handels- und Wirtschaftszentren der Welt entwickelt.
29.03.2012

Format: Dokumentation
Länge: 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
17. Jahrhundert: Ingolstadt
Ingolstadt, seit 1472 Sitz der ersten bayerischen Universität, ist eine Bastion des Glaubens. Von Ingolstadt aus entwickelt sich binnen weniger Jahrzehnte der Wandel Bayerns zum konfessionell geprägten Staat und zu einem der modernsten Territorien Europas. Nach dem Willen des Kurfürsten realisieren die hier ausgebildeten Beamten die Neuordnung des Finanzwesens sowie tiefgreifende Reformen in der Verwaltung. Aber auch die Jesuiten prägen die Stadt auf nachhaltige Weise: Sie beleben nicht nur das spirituelle Leben in den Pfarreien, unter ihnen sind auch die bedeutendsten Wissenschaftler der Zeit. So wie Adam Tanner: Theologe und gleichzeitig Naturwissenschafter zu sein, ist für ihn kein Widerspruch, denn die Erforschung der Welt versteht er als Weg zu Gott. Seit 1618 tobt der Dreißigjährige Krieg in Europa, in dem Ingolstadt als schwer umkämpfte, aber uneinnehmbare, bayerische Landesfestung eine bedeutende Rolle zukommt. Angesichts des Einmarsches der Schweden im Jahr 1632 lässt Maximilian I. die Festung ausbauen, und tatsächlich hält die Festung auch der Belagerung des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf stand. So wird Ingolstadt in der zweiten Hälfte des Krieges für unzählige Menschen zu einem Ort der Sicherheit und Zuflucht. Im Jahr 1651, drei Jahre nach Ende des 30jährigen Krieges, kehrt auch Kürfürst Maximilian nach Ingolstadt zurück: Fast scheint es, als wollte der im Sterben liegende Herrscher mit seiner Rückkehr ein Zeichen setzen, wofür Ingolstadt in seinen Augen steht: nämlich für Glaube und Recht – und die Macht beides zu beschützen.
Bayerisches Jahrtausend
17. Jahrhundert: Ingolstadt

Format: Dokumentation
Länge: 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
17. Jahrhundert: Ingolstadt
Ingolstadt, seit 1472 Sitz der ersten bayerischen Universität, ist eine Bastion des Glaubens. Von Ingolstadt aus entwickelt sich binnen weniger Jahrzehnte der Wandel Bayerns zum konfessionell geprägten Staat und zu einem der modernsten Territorien Europas. Nach dem Willen des Kurfürsten realisieren die hier ausgebildeten Beamten die Neuordnung des Finanzwesens sowie tiefgreifende Reformen in der Verwaltung. Aber auch die Jesuiten prägen die Stadt auf nachhaltige Weise: Sie beleben nicht nur das spirituelle Leben in den Pfarreien, unter ihnen sind auch die bedeutendsten Wissenschaftler der Zeit. So wie Adam Tanner: Theologe und gleichzeitig Naturwissenschafter zu sein, ist für ihn kein Widerspruch, denn die Erforschung der Welt versteht er als Weg zu Gott. Seit 1618 tobt der Dreißigjährige Krieg in Europa, in dem Ingolstadt als schwer umkämpfte, aber uneinnehmbare, bayerische Landesfestung eine bedeutende Rolle zukommt. Angesichts des Einmarsches der Schweden im Jahr 1632 lässt Maximilian I. die Festung ausbauen, und tatsächlich hält die Festung auch der Belagerung des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf stand. So wird Ingolstadt in der zweiten Hälfte des Krieges für unzählige Menschen zu einem Ort der Sicherheit und Zuflucht. Im Jahr 1651, drei Jahre nach Ende des 30jährigen Krieges, kehrt auch Kürfürst Maximilian nach Ingolstadt zurück: Fast scheint es, als wollte der im Sterben liegende Herrscher mit seiner Rückkehr ein Zeichen setzen, wofür Ingolstadt in seinen Augen steht: nämlich für Glaube und Recht – und die Macht beides zu beschützen.
29.03.2012

Format: Dokumentation
Länge: 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
18. Jahrhundert: Erlangen
Erlangen, 1701. Ein fremdes Geräusch dringt durch die Straßen, der Klang einer neuen Zeit: das mechanische Rattern eines Strumpfwirker-Stuhls. Die Hugenotten, die hier eine neue Heimat fanden, brachten das neuartige mechanische Handwerk aus Frankreich mit und trugen dazu bei, dass Erlangen zum wichtigsten Wirtschaftsstandort der Markgrafschaft Bayreuth wurde. Doch durch den Zuzug der aus Frankreich vertriebenen Hugenotten befinden sich die alteingesessenen Einwohner plötzlich in der Minderheit. Eine Situation, die ihnen viel abverlangt: Die Zwangseinquartierung der Neuankömmlinge, deren fremde Sprache, Sitten und Speisen – all das führt zu Konflikten. Um den Fremden ein eigenes Zuhause zu geben, entsteht südlich des alten Erlangens auf freiem Feld eine barocke Planstadt, die erst in späteren Generationen mit der Altstadt zusammenwachsen wird. Vor allem Wilhelmine von Preußen, Gemahlin des Markgrafen Friedrich und Lieblingsschwester König Friedrichs II., sagt das moderne Erlangen zu. Gemeinsam mit ihrem Gemahl, Markgraf Friedrich, richtet sie eine Universität ein. Doch die Zeiten haben sich geändert. Krieg und wirtschaftlicher Niedergang bringen viele Handwerker an den Rand des Existenzminimums. In den Hungerjahren 1770-72 sterben 500 Erlanger. Außerdem ist die Arbeit der Strumpfwirker hart und gesundheitsschädlich. Und nicht zuletzt veraltet die einst so innovative Technik irgendwann: Indem die Hugenotten an der Tradition festhalten, verbauen sie sich ihre Zukunft als Strumpfwirker.
Bayerisches Jahrtausend
18. Jahrhundert: Erlangen

Format: Dokumentation
Länge: 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
18. Jahrhundert: Erlangen
Erlangen, 1701. Ein fremdes Geräusch dringt durch die Straßen, der Klang einer neuen Zeit: das mechanische Rattern eines Strumpfwirker-Stuhls. Die Hugenotten, die hier eine neue Heimat fanden, brachten das neuartige mechanische Handwerk aus Frankreich mit und trugen dazu bei, dass Erlangen zum wichtigsten Wirtschaftsstandort der Markgrafschaft Bayreuth wurde. Doch durch den Zuzug der aus Frankreich vertriebenen Hugenotten befinden sich die alteingesessenen Einwohner plötzlich in der Minderheit. Eine Situation, die ihnen viel abverlangt: Die Zwangseinquartierung der Neuankömmlinge, deren fremde Sprache, Sitten und Speisen – all das führt zu Konflikten. Um den Fremden ein eigenes Zuhause zu geben, entsteht südlich des alten Erlangens auf freiem Feld eine barocke Planstadt, die erst in späteren Generationen mit der Altstadt zusammenwachsen wird. Vor allem Wilhelmine von Preußen, Gemahlin des Markgrafen Friedrich und Lieblingsschwester König Friedrichs II., sagt das moderne Erlangen zu. Gemeinsam mit ihrem Gemahl, Markgraf Friedrich, richtet sie eine Universität ein. Doch die Zeiten haben sich geändert. Krieg und wirtschaftlicher Niedergang bringen viele Handwerker an den Rand des Existenzminimums. In den Hungerjahren 1770-72 sterben 500 Erlanger. Außerdem ist die Arbeit der Strumpfwirker hart und gesundheitsschädlich. Und nicht zuletzt veraltet die einst so innovative Technik irgendwann: Indem die Hugenotten an der Tradition festhalten, verbauen sie sich ihre Zukunft als Strumpfwirker.
29.03.2012

Format: Dokumentation
Länge: 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
19. Jahrhundert: Fürth
1866 – keine gute Zeit: An der Seite Österreichs verliert Bayern den Krieg gegen Preußen, die Wirtschaft erlahmt. Seit 1835 rollt zwar zwischen Nürnberg und Fürth die erste deutsche Eisenbahn, die Bayerische Ludwigsbahn, doch von der neuen Lebensader, der staatlichen Nord-Süd-Bahn, sind die Fürther abgeschnitten. Ihre Waren müssen sie mühsam in Nürnberg umladen. Die Ludwigsbahn ist eine Privatbahn, und die Planer der 1840 entwickelten staatlichen Eisenbahn denken in größeren Kategorien: Da ist das Involvieren kleinerer Wirtschaftsräume nicht vorgesehen. Doch nach 1871 kommt Fürths Wirtschaft richtig in Schwung, und 1876 wird die Stadt auch endlich an die Nord-Süd-Bahn angeschlossen. Dieses ungebremste wirtschaftliche Wachstum wäre ohne die unzähligen Industriearbeiter, die vom Land in die Stadt ziehen, nicht möglich. Ihr Leben ist hart: schwere Arbeit, wenig Lohn, keine soziale Absicherung, 12 bis 14 Stunden Arbeitszeit, kein freier Sonntag, Kinderarbeit. Immerhin erkämpfen sich die Arbeiter mit Streiks nach und nach elementare Rechte, wie zum Beispiel eine Mittagspause. Die industrielle Revolution verändert alles: Zwischen 1875 und 1914 erlebt Fürth seine wirtschaftlich erfolgreichsten Jahre. Kaum eine andere Stadt in Bayern hat so sehr von der Industrialisierung profitiert wie Fürth.
Bayerisches Jahrtausend
19. Jahrhundert: Fürth

Format: Dokumentation
Länge: 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
19. Jahrhundert: Fürth
1866 – keine gute Zeit: An der Seite Österreichs verliert Bayern den Krieg gegen Preußen, die Wirtschaft erlahmt. Seit 1835 rollt zwar zwischen Nürnberg und Fürth die erste deutsche Eisenbahn, die Bayerische Ludwigsbahn, doch von der neuen Lebensader, der staatlichen Nord-Süd-Bahn, sind die Fürther abgeschnitten. Ihre Waren müssen sie mühsam in Nürnberg umladen. Die Ludwigsbahn ist eine Privatbahn, und die Planer der 1840 entwickelten staatlichen Eisenbahn denken in größeren Kategorien: Da ist das Involvieren kleinerer Wirtschaftsräume nicht vorgesehen. Doch nach 1871 kommt Fürths Wirtschaft richtig in Schwung, und 1876 wird die Stadt auch endlich an die Nord-Süd-Bahn angeschlossen. Dieses ungebremste wirtschaftliche Wachstum wäre ohne die unzähligen Industriearbeiter, die vom Land in die Stadt ziehen, nicht möglich. Ihr Leben ist hart: schwere Arbeit, wenig Lohn, keine soziale Absicherung, 12 bis 14 Stunden Arbeitszeit, kein freier Sonntag, Kinderarbeit. Immerhin erkämpfen sich die Arbeiter mit Streiks nach und nach elementare Rechte, wie zum Beispiel eine Mittagspause. Die industrielle Revolution verändert alles: Zwischen 1875 und 1914 erlebt Fürth seine wirtschaftlich erfolgreichsten Jahre. Kaum eine andere Stadt in Bayern hat so sehr von der Industrialisierung profitiert wie Fürth.
29.03.2012

Format: Dokumentation
Länge: 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
20. Jahrhundert: München
München, 1914: Erster Weltkrieg. Die Münchner sind erfüllt von patriotischem Hochgefühl. Begeistert rechnen sie mit einem schnellen Sieg. Kameras halten den Auszug der Truppen an der Residenz fest. Das Medienzeitalter hat begonnen, und München wird im 20. Jahrhundert zum Schauplatz bayerischer Geschichte: Im Dreieck zwischen der Bavaria an der Theresienwiese, dem Friedensengel und dem Olympiaturm spielt sich alles ab: Revolution, Räterepublik, Hitlerputsch, Machtergreifung, Massenaufmärsche der Nationalsozialisten, Bombenkrieg. Kaum vier Wochen nach dem Kriegsende 1945 zieht eine Fronleichnamsprozession durch die Ludwigstraße – mit Symbolcharakter. Die NS-Zeit ist vorbei, Recht und Sitten sollen zurückkehren: ein Neustart mit der Kraft der Kirche und des Glaubens. München arbeitet vor allem am Aufbau zur Tourismusstadt und erlebt durch die Olympiade 1972 einen gewaltigen Investitionsschub. Die neuen Spielstätten entstehen auf dem Oberwiesenfeld, wohin nach dem Zweiten Weltkrieg der Schutt der zerbombten Stadt gebracht wurde. Doch der Plan der „heiteren Spiele“ endet jäh in einem Blutbad: Palästinensische Terroristen nehmen israelische Sportler als Geiseln und erneut zeigt sich, dass die Vergangenheit die Gegenwart bestimmt, ob man will oder nicht. Geschichte verstehen heißt auch, sie aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, um sich ernsthaft mit ihr auseinandersetzen zu können.
Bayerisches Jahrtausend
20. Jahrhundert: München

Format: Dokumentation
Länge: 45 Min.
Kunde: Bayerischer Rundfunk
20. Jahrhundert: München
München, 1914: Erster Weltkrieg. Die Münchner sind erfüllt von patriotischem Hochgefühl. Begeistert rechnen sie mit einem schnellen Sieg. Kameras halten den Auszug der Truppen an der Residenz fest. Das Medienzeitalter hat begonnen, und München wird im 20. Jahrhundert zum Schauplatz bayerischer Geschichte: Im Dreieck zwischen der Bavaria an der Theresienwiese, dem Friedensengel und dem Olympiaturm spielt sich alles ab: Revolution, Räterepublik, Hitlerputsch, Machtergreifung, Massenaufmärsche der Nationalsozialisten, Bombenkrieg. Kaum vier Wochen nach dem Kriegsende 1945 zieht eine Fronleichnamsprozession durch die Ludwigstraße – mit Symbolcharakter. Die NS-Zeit ist vorbei, Recht und Sitten sollen zurückkehren: ein Neustart mit der Kraft der Kirche und des Glaubens. München arbeitet vor allem am Aufbau zur Tourismusstadt und erlebt durch die Olympiade 1972 einen gewaltigen Investitionsschub. Die neuen Spielstätten entstehen auf dem Oberwiesenfeld, wohin nach dem Zweiten Weltkrieg der Schutt der zerbombten Stadt gebracht wurde. Doch der Plan der „heiteren Spiele“ endet jäh in einem Blutbad: Palästinensische Terroristen nehmen israelische Sportler als Geiseln und erneut zeigt sich, dass die Vergangenheit die Gegenwart bestimmt, ob man will oder nicht. Geschichte verstehen heißt auch, sie aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, um sich ernsthaft mit ihr auseinandersetzen zu können.